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Kinderzeit Bremen 01/02 2021

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Familienmagazin für die Region Bremen, Ausgabe Januar-Februar 2021

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Alleinerziehend © 123rf.com/Oksana Stepova Alleinerziehend in Bremen Umfrage zur Corona-Pandemie Seit Anfang 2019 sorgt das „Netzwerk Alleinerziehende“ dafür, bestehende Angebote für Ein-Eltern-Familien transparenter zu machen, um so die Situation der Alleinerziehenden zu verbessern. Im Herbst 2020 hat Netzwerkkoordinatorin Christiane Goertz gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe eine Befragung zur Situation in Coronazeiten umgesetzt. Hier kommen die ersten Ergebnisse dieser Umfrage. Müdigkeit, Erschöpfung, Stress – so umschreibt eine Befragte ihre Situation in den vergangenen Wochen und Monaten. Und damit ist sie nicht allein: Viele Alleinerziehende sind von den Folgen der Corona-Krise ganz besonders betroffen. Allein 63% der Befragten hatten durch die Einschränkungen der vergangenen Wochen mehr Stress im Alltag. Ausgelöst wird die starke Belastung durch die Angst, sich anzustecken, beim Einkaufen zum Beispiel, aber auch durch Kontakte in der Nachbarschaft. Eine Befragte schreibt, sie habe Angst davor, dass sie als Mutter an Covid-19 erkranken könne und die Versorgung daheim nicht mehr gesichert sei. Ein weiterer Stressfaktor ist für viele die Situation zu Hause: Homeschooling lässt Die Umfrage zur Situation der Alleinerziehenden während der Corona-Pandemie wurde in der Zeit vom 9. September bis zum 3. Dezember 2020 durchgeführt. An der Umfrage beteiligten sich 104 alleinlebende Elternteile, darunter 102 Mütter und 2 Väter. Der Fragebogen wurde online und als Printversion über verschiedene Netzwerkpartnerïnnen verteilt. sich schwer mit der eigenen Arbeitszeit vereinbaren, viele Kinder brauchen Unterstützung, während die Alleinerziehenden selbst arbeiten müssen. Es fehlen Rückzugsmöglichkeiten: Zeit, Energie zu tanken, Zeit, einmal nicht gefordert zu sein. Hinzu kommt, dass insbesondere kleine Kinder in dieser Zeit deutlich mehr Aufmerksamkeit brauchen und oft nicht verstehen, warum sie nicht wie immer mit ihren Freunden spielen dürfen. Eine Mutter schreibt, wie schwer es gewesen sei, dem Sohn zu erklären, dass die Spielplätze geschlossen sind. Das habe viel Nerven und Kraft gekostet, ergänzt sie. Keine leichte Situation, die sich oft auch körperlich auswirkt: Viele Befragte klagen über depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit und stressbedingte Kopfschmerzen oder Verspannungen. Einige schrieben, sie seien stärker gereizt, oft auch ungeduldig und manchmal sogar aggressiv. „Die Nerven lagen nach einigen Wochen sehr blank“, so beschreibt es eine der alleinerziehenden Mütter. Viele Befragte wünschen sich gerade in dieser Zeit deutlich mehr Unterstützung. Zwar sind Alleinerziehende es gewohnt, allein zu handeln. Dennoch wäre es für viele hilfreich, zumindest punktuell jemanden zu haben, der ihnen unter die Arme greift, eine Haushaltshilfe zum Beispiel, oder jemand, die oder der sich einfach mal für eine Stunde oder mehr mit den Kindern beschäftigt. Dafür fehlten klare und deutliche Ansagen der Politikerïnnen und es fehle die finanzielle Unterstützung in dieser besonderen Situation, so beschreibt es eine Befragte. Die Auswertung der Umfrage bestätigt viele Vermutungen: Für die meisten alleinlebenden Elternteile steigt die Belastung durch die Coronakrise. Dennoch sehen einige Alleinerziehende in der jetzigen Situation auch positive Effekte. So schrieb eine Befragte über die letzten Monate: „Es war eine kostbare Zeit intensiven Zusammenseins mit meinem Kind. Zeit, für die ich sonst oft in Rechtfertigungszwang gerate (...). Wie wunderbar, einfach Zeit zusammen zu haben!“ Suse Lübker 14 kinderzeit-bremen.de

Drei Kinder auf der Flucht Drei Jugendliche im Ausnahmezustand: Josef ist 11, als er mit seiner Familie vor den Nazis fliehen muss. Isabel lebt auf Kuba, ihr Vater muss das Land verlassen, um nicht verhaftet zu werden, mit einem selbst gebauten Boot macht sich sie Familie 1994 auf den Weg nach Florida. Auch in Syrien ist das Leben für den zwölfjährigen Mahmoud und seine Familie nicht mehr sicher: 2015 flüchten sie aus der zerstörten Heimatstadt Aleppo nach Deutschland. Alle drei lieben ihr Zuhause, alle wissen, dass sie dort, wo sie aufgewachsen sind, nicht mehr leben können. Angst bestimmt ihren Alltag. Geschickt und auf spannende Weise verknüpft Alan Gratz die Schicksale der drei Jugendlichen und zieht die Leserïnnen in eine Abenteuergeschichte, in der die Notlage von politischen Flüchtlingen mehr als deutlich wird. Am Ende des Buches informiert der Autor darüber, wie man Flüchtlingsfamilien helfen kann. Alan Gratz (Autor), Maritxell Janina Piel (Übersetzung): Vor uns das Meer: Drei Jugendliche. Drei Jahrzehnte. Eine Hoffnung. Hanser Verlag 2020. ISBN 978-3446266131, 304 Seiten, 17 Euro (Gebundene Ausgabe). Empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren. Schritt für Schritt auf den Gipfel Am frühen Morgen des 3. August 1787 macht sich der Schweizer Naturforscher und Geologe Horace Bénédict de Saussure auf den Weg, hinauf auf den höchsten Berg der Alpen, den Gipfel des Mont Blanc. Begleitet von 18 Bergführern und seinem Hund geht es Schritt für Schritt zum Ziel. Eine langwierige und höchst Expedition war das, denn damals waren die Alpen noch weitgehend unerforscht. Der französische Animationsfilmer Pierre Zenzius illustriert dieses Abenteuer mit detailreichen Zeichnungen – atemberaubend und humorvoll zugleich. Seite für Seite zeigt er wahnwitzige Dimensionen, scheinbar unüberwindbare Hindernisse, mächtige Naturgewalten! Es braucht nur wenige Worte und sehr viel grafisches Gespür, um die Expedition für die Leserinnen erlebbar zu machen. Dieses Buch ist ein wahres Kunstwerk! Pierre Zenzius: Gipfelstürmer, Ebi Naumann (Übersetzer). Aladin Verlag 2020. ISBN 978- 3848901715, 40 Seiten, 15 Euro (gebundene Ausgabe). Empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren. Die Welt der Winzlinge Buchtipps Überall auf der Welt tummeln sich winzigste Lebewesen, so klein, dass wir sie nur mit Spezialmikroskopen erblicken können, so viele, dass wir sie kaum in Zahlen fassen können. Dieses kleine Büchlein ist eine Entdeckungsreise in die Welt der Bakterien und Viren. Es zeigt, in welcher Umgebung die Winzlinge sich wohlfühlen, wann sie nützlich sind, wann sie uns Schaden zufügen und wie sie sich ausbreiten. Mit anschaulich gestalteten Fakten und verständlichen Alltagstipps zeigt die Autorin, wie wir Ansteckungsketten unterbrechen können und wie wir uns vor Krankheiten schützen können. Ein wichtiges Buch besonders jetzt in Coronazeiten für Kinder, Eltern und Pädagogïnnen. Mit Händewasch-Song und Bauanleitung für ein Smartphone-Mikroskop. Susan Schädlich (Autorin), Katharina J. Haines (Illustratorin): Winziges Leben. Alles über Corona, Viren und Bakterien und wie wir uns schützen können. Carlsen Verlag 2020. ISBN 978-3551250797, 48 Seiten, 5 Euro. Empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren. Buchtipps von Suse Lübker FÜR FAMILIEN, BEI DENEN DAS GELD KNAPP IST. Jetzt Anspruch checken: www.kiz-digital.de BMFSFJ_KIZ-AZ_Mehrdrin_ohneMuetze_190x128_ICv2_300_RZ01.indd 1 09.12.20 16:24 15

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