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Kinderzeit Bremen 09/10 2019

Familienmagazin für die Region Bremen, Ausgabe September-Oktober 2019

Netzwelt Erleb‘ was

Netzwelt Erleb‘ was Wildes! So ein Bild von Dir würdest du nie posten? Unter diesem Hashtag hat Instagrammerin Toyah Diebel im Mai eine Kampagne gestartet, die sich in erster Linie an Eltern richtet. Bisher war sie bekannt für ihre humorvollen Parodien 1000 Tiere aus aller Welt! Action & Fun im Freizeitpark! Wikingerabenteuer im neuen Njordland! & von Beauty-Influencerinnen oder Dinkelmüttern und spricht sich schon seit Jahren gegen Kinderbilder im Internet aus. Ab sofort kann ihr auch niemand mehr vorwerfen, sie hätte keine Ahnung vom Thema, denn: Sie ist frischgebackene Mutter! über 50 Jahre Täglich von 9.00 -18.00 Uhr geöffnet! Tier- und Freizeitpark Thüle GmbH Über dem Worberg 1 · 26169 Friesoythe/Thüle · Tel. 04495-255 www.tier-freizeitpark.de KINDERDISKO IM SCHLOẞPARKBAD Spaß pur: Zu guter Musik und mit tollen Spielgeräten im Wasser toben! INTENSIV- SCHWIMMKURSE IN DEN HERBSTFERIEN Jetzt an einem von 9 Standorten den passenden Kurs buchen! www.bremer-baeder.de DI, 08.10.19, 11 BIS 14 UHR, REGULÄRER EINTRITT Wer kennt es nicht? Der Sohnemann ist gerade so süß eingeschlummert, schnell ein Bild gemacht und auf Facebook geteilt, damit die Freunde und Verwandten auch was davon haben. Oder das Töchterchen lässt mal wieder die Rabaukin raushängen und hat einen legendären Wutanfall. Knips. Und abends auf Instagram hochladen, mit einem inspirierenden Text, der anderen Eltern mit Kindern in der Trotzphase Mut machen soll. Hier sind keinerlei böse Hintergedanken im Spiel, die Eltern wollen sich ja nicht über ihren Nachwuchs lustig machen. Ganz im Gegenteil, die meisten Kinderbilder werden wohl ohne böse Absicht ins Internet gestellt, man kennt das selbst: Das neue Kleid ist so cool, die Hundeverkleidung zu Karneval ist zuckersüß! Entweder will man ein bisschen harmlos angeben oder man will sich und andere davon überzeugen, dass man nicht allein ist. Anderswo bleibt auch die Hausarbeit liegen, andere Eltern haben auch Probleme mit der Umstellung auf Stoffwindeln und plötzlich ist alles voller Babykacke. Knips. Es hat Vorteile, Mamiblogs zu lesen: Der alltägliche Wahnsinn, der mit Kindern einzieht, wird normalisiert und somit erträglicher für die Lesenden. Aber leider wird selten ein Gedanke an die Konsequenzen der Bebilderung mit Babyund Kinder-Schnappschüssen verschwendet. Und es geht gar nicht um die schwammig formulierten Datenschutzrichtlinien von Facebook & Co, sondern erstmal um die Frage „Wer kann es sehen?“ und damit einhergehend „Wer kann es speichern?“. Wenn sich vor der Grundschule ein unbekannter Mann rumtreibt, werden vorsichtshalber Flugblätter verteilt, man solle noch vorsichtiger sein – im Internet macht das niemand. Online sind die Täter eben unsichtbar. Der zweite Punkt, den die Kampagne von Toyah Diebel anspricht, der wesentlich konkreter ist, sind die Rechte der Kinder. Auch Kinder haben das Recht am eigenen Bild, aber sind lange erst einmal nicht in dem Alter zu verstehen, welche Konsequenzen mit der Veröffentlichung einhergehen. Kinder sind Schutzbedürftige und diesen Schutzauftrag haben die Eltern und Sorgeberechtigten, es ist ihnen überlassen, ob das Bild von der Sommerfeier auf der Schulwebsite veröffentlicht werden darf. Da kann man abwägen, sich dagegen entscheiden, weil man eben nicht will, dass Fremde im Internet sehen können, auf welche Schule das eigene Kind geht. Dass sich bei selbst veröffentlichten Postings über die Social Media Profile der Eltern vielleicht der Wohnort rausfinden lässt und die Namen der Kinder vielleicht sogar genannt werden, wird schnell vergessen. Besonders auf Twitter findet sich häufig (ohne Bild) die geschlechtsneutrale Abkürzung K1, K2 oder Spitznamen wie „das Räuberkind“ und ja, viele Eltern anonymisieren den Nachwuchs durch Sonnenbrillen, Aufnahmen schräg von hinten 14 www.kinderzeit-bremen.de

#DeinKindAuchNicht www.waldorf-bremen.de © Delina Baum oder nachträglich durch witzige Emojis über dem Gesicht. Hier macht den Unterschied wohl am ehesten die Absicht hinter dem Posting. Möchte man ein Urlaubsfoto von der Familie teilen und macht das Gesicht des Kindes unkenntlich oder steht das Kind im Mittelpunkt des Bildes? Möchte man einen Text zum Stillen in der Öffentlichkeit bebildern, dann bietet sich natürlich das Bild einer stillenden Person an. Aber liegt der Fokus auf ihr oder auf dem trinkenden Kind? Es fühlt sich an, als müsste man hier persönlich, moralisch entscheiden. Ganz klar ist aber, sobald das Kind sagen kann „Ich möchte nicht, dass dieses Bild von mir im Internet ist.“ muss es gelöscht werden. Blöd, wenn das Bild vom Kleinkind, was sich in die Hose gemacht hat, aber schon von einem Mitschüler entdeckt wurde, der einen Screenshot gemacht hat und es in die Whatsapp-Gruppe der Klasse geschickt hat. Von Klassen-Whatsapp-Gruppen kann man halten, was man will, aber es gibt sie und das Szenario ist leider realistisch. Man kann bei diesem Thema sehr emotional argumentieren, wie ernst es aber ist, verdeutlichen die Gäste, die mit Initiatorin Toyah Diebel bei einem Podiumsgespräch am 4. Juni über #DeinKindAuchNicht sprachen. Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger (Institut für Polizeiwissenschaft), Medienjuristin Anna Schimke und Till Amelung vom Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin (Charité Berlin) waren vor Ort, um über mögliche Folgen von Kinderbildern im Internet zu sprechen und auch um die rechtliche Situation zu klären. Denn je nach Motiv, ist das Veröffentlichen durchaus gesetzeswidrig. Das Persönlichkeitsrecht ist nicht vom Alter abhängig, es gilt also schon bei Babys, die Menschenwürde zu schützen. Breiverschmiert oder auf dem Töpfchen weltweit abrufbar zu sein, ist ganz und gar nicht würdevoll sondern nur peinlich, Letzteres kann als Eingriff in die Intimsphäre bezeichnet werden. Und wer will das schon für das eigene Kind? Auch Wilson Gonzales Ochsenknecht, der bei der Kampagne als Model aktiv ist, war mit auf der Bühne. Er erzählte, dass er als Kinderschauspieler viel mit seinen Eltern über die Arbeit gesprochen hat, sie ihn immer wieder vor die Wahl gestellt haben und mit ihm mögliche Konsequenzen besprochen haben. Vorbildlich! Und wenn man das mit den Kindern noch nicht besprechen kann, dann ist das ein gutes Zeichen, dass die Bilder im Netz nichts zu suchen haben, besonders da das Löschen sich oft schwieriger gestaltet als man denkt. Die Aussage der Kampagne kann man auch als Maßstab nutzen, wenn es um Persönlichkeitsrechte geht. Wenn „So ein Bild von dir würdest du nie posten? Dein Kind auch nicht!“ zutrifft, dann gehört das Bild allerhöchstens mit einem albernen Spruch ins analoge Babyalbum Laura Einsiedler Wir begrüßen Sie zu: FWS Touler Straße Sommerfest, Führungen, Kennenlernen, Infos zur Einschulung Samstag, 7. September, 14.30 – 18 Uhr Infoabend Einschulung Mittwoch, 11. September, 19 Uhr Mittwoch, 23. Oktober, 19 Uhr Waldorfkindergarten Bremen Tag der offenen Tür Samstag, 7. September, 14.30 – 17 Uhr (in der Touler Straße 3) Sonntag, 29. September, 11 – 17 Uhr (in der Graubündener Straße 4) Freitag, 22. November, 16 – 17.30 Uhr (in der Heinrich-Heine-Straße 60 ) FWS Bremen Osterholz Infoabend Einschulung Dienstag, 17. September, 20 Uhr WerkMarkt Sonntag, 29. September, 11–17 Uhr Informationsnachmittag für künftige Schulkinder mit Probeunterricht Dienstag, 1. Oktober, 16.30 Uhr FWS Lindenstraße Osterholz-Scharmbeck Quartalsfeier – Schüler zeigen Unterrichtsproben Samstag, 28. September, 10 Uhr Infoabend Einschulung Dienstag, 05. November, 19.30 Uhr Novemberbasar Samstag, 9. November, 15 Uhr FWS Bremen-Nord Infoabend zum Aufnahmeverfahren 1. Klasse 21. Oktober, 19 Uhr Waldorfkindergarten Bremen-Nord bäuerle 15

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