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Kinderzeit Bremen 09/10 2022

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Familienmagazin für die Region Bremen, Ausgabe September/Oktober 2022

Wohnen © Gorodenkoff -

Wohnen © Gorodenkoff - stock.adobe.com Wohnt ihr noch – oder lebt ihr schon gemeinsam? Der Immobilienmarkt in den Großstädten ist leergefegt. Vor allem für Familien ist es schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Warum also nicht gemeinsam bauen und wohnen? Ein Haus für viele Menschen zu planen, das passende Grundstück zu finden, die Finanzierung zu stemmen und schließlich zu bauen, kann Nerven kosten. Doch je durchdachter das Konzept ist, desto weniger Stolpersteine gibt es. Gemeinsam mit Freunden oder Geschwistern ein altes Gebäude zu sanieren oder ganz neu zu bauen, setzt eine Baugemeinschaft voraus. Die hat deutlich mehr Aufgaben als eine Eigentümergemeinschaft, deren Mitglieder in einem Gebäude jeweils eine eigene Wohnung besitzen. Die Mitglieder einer Baugemeinschaft müssen kompromissbereit sein, denn alle haben individuelle Wünsche für ihr zukünftiges Zuhause. Gleichzeitig müssen sich alle darauf einigen können, wie ressourcenschonend das Gebäude gebaut oder umgebaut werden soll, wie private Räume von Gemeinschaftsflächen abgegrenzt werden und welche Atmosphäre gemeinsame Bäder, Küchen und Spielzimmer später ausstrahlen sollen. WENIGER VERBRAUCHEN MEHR SPAREN Jetzt Energieverbrauch, Kosten und schädliche Klimagase senken – einfach gespart und gut investiert! Gefördert durch: Mehr Tipps und Beratung auf senkmit.de Ein Projekt von energiekonsens 4 kinderzeit-bremen.de

Wohnen Schließen sich mehrere Personen zu einer Baugemeinschaft zusammen, gibt es unterschiedliche Rechtsformen: die private Baugemeinschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Genossenschaft oder den Verein. Bei der sogenannten betreuten privaten Baugemeinschaft ist es oft ein Architekt oder Bauträger, der als Projektmanager auftritt und den Baufortschritt sowie die Abrechnung kontrolliert. Die freie private Baugemeinschaft hingegen beauftragt einen Architekten, sucht Handwerker für Rohbau, Dach, Heizung, Sanitäranlagen und Innenausbau selbst aus und organisiert den gesamten Bau. Gemeinsames Bauen spart Geld Gemeinsam zu bauen kann bis zu 20 Prozent der Kosten sparen. Denn wer gemeinsam plant, Material und Handwerksarbeiten in größerem Stil einkauft und den Bau eines ganzen Wohnkomplexes koordiniert, hat insgesamt weniger Aufwand. Trotz dieser Einsparmöglichkeiten ist der Bau eines Hauses aktuell so teuer wie lange nicht. Rohstoffe sind knapp, Lieferzeiten dauern und Handwerksunternehmen fehlen die Fachkräfte – all das treibt die Preise in die Höhe. Meistens geht es nicht ohne Baufinanzierung über eine Bank. Je mehr Menschen mit einem festen Einkommen zur Baugemeinschaft gehören, desto geringer das Risiko für die Banken und desto eher sind sie dazu bereit, einen Kredit zu geben. Einige Banken haben sich auf die Finanzierung von Baugemeinschaften spezialisiert. Es lohnt sich, danach zu suchen. In einem GbR-Vertrag können die Besitzverhältnisse genau festgehalten werden. Vier Partner:innen könnten zu jeweils einem Viertel Eigentümer:in des Hauses sein. Es kann aber auch eine ganz andere Aufteilung vereinbart werden, so dass zum Beispiel einer Person 50 Prozent des Hauses gehören und die übrigen drei sich die zweite Hälfte aufteilen. Fällt eine:r der Gesellschafter:innen aus, verlangt die Bank die monatliche Rate von den anderen Mitgliedern der Baugemeinschaft. Eine Grundregel lautet: Nur nichts überstürzen – auch wenn die Kreditzinsen zurzeit steigen oder die Miete schon wieder angehoben wurde. Wer sich die falschen Baupartner:innen aussucht oder den Grundriss unüberlegt gestaltet, könnte diese Fehlentscheidungen später teuer bezahlen. „Egal, ob ich ein Ei oder ein Auto brauche – ich bekomme alles“ Wenn die 4jährige Paula und ihr 2jähriger Bruder Luca mit Mutter Linda Ohnesorge runter zur Waschküche gehen, übt eine der grauen Kellertüren eine magische Anziehungskraft aus. „Da ist das Spielzeug drin“, erklärt Paula. Als die Tür sich öffnet, zeigt sie auf Schätze wie in einem Schlaraffenland: Roller, Dreiräder und Laufräder stehen bereit, mehrere Hula-Hoop- Reifen lehnen an einem Regal, Schlitten lagern auf den obersten Regalbrettern, es gibt ein Zirkuszelt und alles, was Kinder für den Sandkasten brauchen. „Immer, wenn wir runterkommen, bestehen die Kinder darauf, sich ein Spielzeug auszuleihen“, sagt Linda Ohnesorge. „Wir räumen es dann zeitnah zurück.“ Die vierköpfige Familie wohnt gemeinsam mit 52 anderen Parteien in einem der Mehrgenerationenhäuser des ehrenamtlichen Vereins „Wahlverwandtschaften“, der seit 2005 beispielhaft generationsverbindende Hausgemeinschaften in Bonn-Duisdorf realisiert. Die ersten drei Häuser wurden noch in einem Mix aus Eigentum, geförderten und freien Mietwohnungen mit einem Investor gebaut. Inzwischen hat der Verein eine Genossenschaft gegründet und baut aktuell drei weitere Hausgemeinschaften in Eigenregie. Ein Auto haben die Ohnesorges nicht, ihr Lastenrad steht gemeinsam mit einem weiteren auf dem Stellplatz einer anderen Bewohnerin. Vieles wird geteilt. „Mein Mann und ich haben immer RAUM FÜR FREIZEIT 5

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