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Kinderzeit Bremen 09/10 2022

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Familienmagazin für die Region Bremen, Ausgabe September/Oktober 2022

Wohnen gerne in

Wohnen gerne in Wohngemeinschaften gewohnt, schon unter finanziellen und ökologischen Gesichtspunkten“, erzählt Ohnesorge. Nun hat die Familie eine Erdgeschosswohnung mit drei Zimmern auf 86 Quadratmetern. „Wenn wir Gäste haben, kommen sie für kleines Geld in der gemeinsamen Gästewohnung unter. In der Wohnung feiern wir auch die Kindergeburtstage.“ Wenn Paula und Luca von ihrer Terrasse links abbiegen, vorbei am Hochbeet mit Kartoffeln und Kürbissen, gelangen sie über den Rasen zum 3jährigen Navid und seiner 1jährigen Schwester Pina. Zäune gibt es zwischen den Terrassen nicht. Eine große Gemeinschaftswiese verbindet die insgesamt vier Mehrgenerationenhäuser der Anlage. Die Wohnung von Navid, Pina und ihren Eltern hat 75 Quadratmeter. Noch teilen sich alle vier ein Schlafzimmer. „Wenn die Kinder ein Kinderzimmer brauchen, werden wir unser Büro outsourcen“, erzählt ihre Mutter Anja Greif. Sie ist Lehrerin, ihr Mann wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule. Es könnte sogar sein, dass jemand anders aus den Mehrgenerationenhäusern ihnen ein Zimmer als Büro zur Verfügung stellen wird. „Die Hilfsbereitschaft ist riesig. Egal, ob ich ein Ei oder ein Auto brauche – ich bekomme alles“, sagt Mechthild Frehse. Sie gehört zur Groß- elterngeneration im Haus, ist bereits seit 2005 Mitglied des Vereins Wahlverwandtschaften und hat den Bau der Mehrgenerationenhäuser von Anfang an begleitet. Mit ihrem Mann bewohnt sie eine der Wohnungen auf dem Dach. „Es gehört zum Konzept der Häuser, dass wir Inklusion leben“, sagt sie. „Zu unserer Gemeinschaft gehören ein Kind mit Downsyndrom, ein blinder Mann und zwei Personen im Rollstuhl.“ Für mehrere Wohnungen ist ein Wohnberechtigungsschein Voraussetzung. An jedem ersten Montag im Monat trifft sich die Hausgemeinschaft zum Meeting, es kommen etwa 25 Personen. Dann wird zum Beispiel besprochen, wie sich der große Weihnachtsbaum, der jeden Advent mitten auf der Wiese steht, mit einer Seilwinde aufrichten lässt. Auch Konflikte kommen auf die Tagesordnung. So war einigen Bewohner:innen der Trubel rund um das große Trampolin zu laut. Also fand die Gemeinschaft einen Kompromiss: Das Trampolin wechselte alle vier Wochen den Standort, bis die Eltern der jüngeren Kinder aus Sicherheitsgründen darum baten, es wieder abzubauen. „Jeder hat seine Bedürfnisse“, sagt Anja Greif. „Doch wir haben alle die gemeinsame Grundhaltung, dass jeder sein Bestes gibt.“ Wohnmodelle mit Zukunft Mehrgenerationenprojekte Mehrere Generationen unter einem Dach liegen im Trend. Ihre Bewohner:innen wollen mehr als das praktische Teilen der eigenen Ressourcen – in ihren Häusern geht es um Toleranz, Vertrauen und Mitbestimmung. Wer dort einzieht, soll langfristig bleiben und Verantwortung für die anderen Mitbewohner:innen übernehmen. Das Mehrgenerationenhaus im Schweizer Viertel Bremen ist eines von bundesweit rund 540 Mehrgenerationenhäusern, die vom Familienministerium gefördert werden. Ein paar Kilometer weiter entsteht derzeit das sozial-ökologische Modellquartier „Stadtleben Ellener Hof“ mit 500 Wohneinheiten für rund 1.200 Bewohner:innen mit Fahrradquartier, sozialer Infrastruktur, kulturellen und Bildungsangeboten. stadtleben-ellenerhof.de Co-Housing Waschküche und Werkstatt für alle, eine große Küche mit Speisesaal, Spielzimmer für die Kinder und gemeinsame Fahrzeuge – diese Elemente kommen in Co-Housing-Projekten vor. Gleichzeitig haben die Bewohner:innen ihre privaten Wohnungen. Zu den Grundprinzipien gehört, dass sie das Gebäude oder die Siedlung von Anfang an gemeinsam planen und schon durch die Architektur soziale Kontakte fördern. Die Idee entstand in den 60-er Jahren in Dänemark. In Deutschland gehört der Prympark in düren zu den bekanntesten Projekten. prmypark.de Beginenhöfe Wohnen für alleinlebende und alleinerziehende Frauen – das sind die Beginenhöfe. Die Idee entstand im 14. Jahrhundert in Amsterdam. Noch heute sind in den Niederlanden und Belgien etwa 30 historische Beginenhöfe, deren Wohnhäuser sich meist um Zier- und Gemüsegärten gruppieren, erhalten. In Deutschland entwickelten sich vor etwa 30 Jahren die ersten Beginenhöfe aus Frauengemein schaften. Bremens Beginenhof befindet sich im Buntentor, nahe des Werdersees, wo im Mai 2001 die ersten Frauen eingezogen sind. Inzwischen ist das Projekt offen für alle Menschen. Er hat 86 barrierefreie Wohneinhei- IHR RECHT – EINFACH ERKLÄRT Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld – Infos für werdende Eltern Di., 20. Sept. 2022, 18 – 19.30 Uhr Bremen (Bürgerstraße 1) Di., 4. Okt. 2022, 17 – 18.30 Uhr Bremerhaven (Barkhausenstraße 16) Anmeldung erwünscht: recht@arbeitnehmerkammer.de Ausbildung zur / zum Erzieherin / Erzieher Beginn im Frühjahr 2023 Jetzt informieren! mit Aufstiegs-BAföG oder als Umschulung Fachschule für Sozialpädagogik Dölvesstr. 8, 28207 Bremen www.erzieherin-bremen.de Beratungstelefon: 0421/491567-0 6 kinderzeit-bremen.de

ten, davon sind rund die Hälfte Eigentumswohnungen, die andere Hälfte wird von einer Wohnungsbaugesellschaft vermietet. Mittelpunkt ist der Gemeinschaftsplatz mit begrüntem Innenhof, Kinderspielplatz und Raum für gemeinsame Projekte, geplante oder zufällige Begegnungen. dachverband-der-beginen.de Ökodörfer Keine Waschmaschine, dafür Häuser aus Strohballen – die Bewohner:innen von Sieben Linden in Sachsen-Anhalt (siebenlinden. org/) verringern ihren ökologischen Fußabdruck so stark wie möglich. 100 Erwachsene sowie 40 Kinder und Jugendliche leben gemeinsam im wohl bekanntesten Ökodorf Deutschlands, das 1997 entstand. Seit 15 Jahren wird auch in Bremens „Ökologischer Siedlung Lilienthal“ grün gewohnt und gelebt. Mietshäuser Syndikat „Die Häuser denen, die drin wohnen“ lautet das Motto des Syndikatsmodells. Die bundesweit 174 Hausprojekte unter dem Dach des Mietshäuser Syndikats sind selbstorganisiert. Der Clou: Der Hausverkauf ist für alle Zeiten ausgeschlossen, eine Immobilie kann also nicht zum Spekulationsobjekt werden. So soll sozialer und bezahlbarer Wohnraum erhalten bleiben. Um das zu gewährleisten, gründen alle Hausvereine eine Haus-GmbH, an der das Mietshäuser Syndikat beteiligt ist. Es entsteht kollektives Eigentum, die Bewohner:innen zahlen Miete. Größte Herausforderung ist, bezahlbare Häuser zu finden. In Bremen sin das ehemalig besetzte Haus G18 in der Alten Neustadt, das Mosaik im Buntentor sowie das Freie Haus 3d im Steintorviertel inzwischen in das Eigentum der Mieter übergegangen. syndikat.org WOHNEN / BAUEN Ein guter Plan für Ihre 4 Wände! Nutzen Sie die Förderprogramme „Rund ums Haus“. Wir beraten Sie gern! www.bab-bremen.de Tiny-House-Siedlungen Energieeffizient und CO2-sparend, wenig Platz, viel Freiheit – so lässt sich das Leben in Mini-Häusern zusammenfassen. Für Familien ist das Wohnen im Zirkuswagen oder in der rollbaren Holzhütte sehr beengt. Für sie eignen sich Tiny-House-Siedlungen mit Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschräumen und Küchen, die zum Beispiel auf ehemaligen Campingplätzen zunehmend entstehen. Im Naturressort Teufelsmoor ist das Land of Green entstanden, wo man in Baumhäusern und Tiny Houses nicht nur Urlauben, sondern auch probeweise das Wohnen der Zukunft erleben kann. landofgreen.de; tiny-house-verband.de Ursula Katthöfer wir Helfen, wenn iHnen das wasser bis zum Hals steHt Insolvenz, Energiesperren und Versicherungsschäden wir machen uns stark für ihre rechte! 7

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