SPORT & BEWEGUNG © Uladzimir / stock.adobe.com FÜR SCHÜCHTERNE UND SELBSTBEWUSSTE Ob zurückhaltend oder selbstbewusst - Kampfkunst ist für jedes Kinder geeignet. „Wenn die Kinder didaktisch gut angeleitet werden“, schränkt der Kampfsportexperte ein. Ängstliche oder verunsicherte Kinder profitieren vom Training, das Zutrauen schafft. „Viele gewinnen mit der Zeit mehr Sicherheit, sich durchzusetzen, auf andere zuzugehen“, sagt Körner. Ein großes Thema ist Körperkontakt. „Wir fangen nicht direkt mit Packen, Werfen und Ziehen an“, erklärt er. Dafür gibt es heranführende Übungen: Alle bewegen sich frei durch den Raum, begrüßen sich: Fuß an Fuß, Hand an Hand, Ellenbogen an Ellenbogen. „Man kann auch Polster als Puffer einsetzen“, so der Sportprofessor. So schafft das Training behutsame erste Kontakte. In jedem Training muss es eine Exit-Option geben. „Ein Kind kann jederzeit aussteigen, wenn es ihm zu viel wird. Alles geschieht freiwillig, das ist wichtig“, so Körner. Das Signal „ich steige aus“ kann auch ein geheimes vereinbartes Zeichen sein. PÄDAGOGISCH REFLEKTIERT Obwohl Kampfsport kein Mannschaftssport ist, trainiert niemand allein. Fast alle Übungen werden mit einer Partnerin oder einem Partner durchgeführt. Dabei ist gegenseitiges Vertrauen gefragt: Nur wer aufeinander achtet, kann sicher trainieren. Fairness und Rücksichtnahme gehören deshalb zu den wichtigsten Regeln - genauso wie Disziplin und das Einhalten klarer Absprachen. Teamgeist entsteht hier nicht durch das gemeinsame Gewinnen eines Spiels, sondern durch gegenseitige Unterstützung und Verantwortung füreinander. Eine Schlüsselrolle spielen die Trainerinnen und Trainer. Sie bringen nicht nur Techniken bei, sondern sind auch Vorbilder. „Gute Trainer schaffen eine Atmosphäre, in der jedes Kind ernst genommen wird, Erfolge erleben kann und sich sicher fühlt“, sagt Körner. Sie fördern nicht den stärksten Kämpfer, sondern die individuelle Entwicklung jedes einzelnen. „Kampftraining muss pädagogisch verantwortungsvoll und reflektiert vermittelt werden“, stellt er klar. Leben bunt machen. Es gibt viele Gründe, einem Kind ein neues Zuhause zu geben. Sind Sie dabei? pib-bremen.de 6
SPORT & BEWEGUNG Das Lernen beruht auf Respekt und Vertrauen. TRADITIONELLE ROLLEN IM KAMPFKUNST- TRAINING In traditionellen asiatischen Kampfkünsten beruht das Lernen auf Respekt und Vertrauen. Der MEISTER (jap. Sensei/chin. Sifu) vermittelt Technik, Werte und Erfahrung. Die Schüler:innen lernen durch Üben und gegenseitige Unterstützung. Im Training wechseln die Rollen zwischen TORI (führt die Technik aus) und UKE (ermöglicht sie durch aktives Mitwirken). So lernen beide voneinander und entwickeln sich gemeinsam weiter. Löwenherz-Akademie entdecken.lernen.austauschen WELCHE KAMPFSPORTART FÜR WEN? Die Auswahl ist groß: Judo, Karate, Taekwondo, Aikido, Jiu- Jitsu, Ringen oder Kickboxen - fast jede Kampfsportart gibt es heute in altersgerechten Kursen. Für den Einstieg wird häufig Judo empfohlen. „Judo ist super für die Kleinen“, sagt Körner. Die Technik konzentriert sich auf Greifen, Werfen, sicheres Fallen. Vorwiegend findet der Kampf am Boden statt. Möchte ein Kind lieber „abheben“, den coolen Kick in der Luft lernen, dann eignen sich Karate, das Tritte und Schläge trainiert, oder Taekwondo mit viel Bewegung und dynamischen Techniken. „Es gibt auch viele Box-Studios mit hervorragendem pädagogischem Konzept“, erklärt Körner. „Das ist was für Kids, die sich auspowern wollen, denn Boxen ist körperlich total anstrengend“. Welche Kampfsportart letztlich die richtige ist, hängt vom Kind selbst ab. „Eltern sollten immer die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen. Alles andere bringt nichts, denn das trägt nicht lange“, sagt er. Lieber erst mal reinschnuppern. „Ein Probetraining ist nahezu überall möglich“, rät er. Fortbildung KI in Trauerbegleitung Trost aus dem Algorithmus? 06.10.26 | 16-19 Uhr Nicht verpassen: Programm 2027 online ab 19.09. 7
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