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Kinderzeit Bremen 09/10 2026

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Familienmagazin für die Region Bremen, Ausgabe September/Oktober 2026

BERUF & KARRIERE © Iana

BERUF & KARRIERE © Iana Kolesnikova / stock.adobe.com Eltern gehen auch zur Schule Berufliche Welten verändern sich schnell - mit Künstlicher Intelligenz rasant. Wir haben uns bei Guadalupe Florenin von der Bundesagentur für Arbeit informiert, wie sich Eltern für die Zukunft fit machen und so ihren Arbeitsplatz erhalten oder einen neuen finden. Und wir haben mit Ed Atkins gesprochen, der genau das als Vater von zwei Kindern gemacht hat. VON HANKA MEVES BESTANDSAUFNAHME STATT SCHNELLSCHUSS Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Welche Ausbildung, welches Studium habe ich absolviert? Was will ich erreichen? Wie und wo möchte ich arbeiten, wie viel verdienen? Ein Blick in die Plattform Berufenet kann helfen: Hier finden sich Berufsperspektiven, im Abschnitt „Blick in die Zukunft“ zudem eine Übersicht zu Digitalisierungsthemen, die auf die jeweilige Beschäftigung Einfluss haben. Neu ist der Job-Futoromat. Er zeigt, inwieweit digitale Technologien die eigene Tätigkeit verändern werden. Über diesen Link finden Interessierte auch Hinweise, wie sich der Stellenmarkt in letzter Zeit entwickelt hat. Deutlich wird bei der Recherche in diesen Tools und bei Anbietern von Weiterbildungen, dass zurzeit alles zur Künstlichen Intelligenz besonders gefragt ist: wie sie anzuwenden ist, Kompetenzen und rechtliche Fragen und wie durch KI die Arbeitseffizienz gesteigert werden kann. MIT EIGENEN STÄRKEN ZUM PASSENDEN JOB Wichtig ist im nächsten Schritt, eigene Stärken herauszufiltern, um die passende Weiterbildung zu finden. Weiterhelfen können hier Online-Tools wie „Mein Now“ auf dem nationalen Portal für berufliche Weiterbildung mit guten Übersichten der Anbieter von Weiterbildungen und anfallenden Kosten. Im „New Plan“ findet sich zudem ein Erkundungstool für neue Berufe. AUSBILDUNG ODER WEITERBILDUNG Die Agentur für Arbeit bietet Beratungsgespräche an, die Erwerbstätige über Fördermöglichkeiten wie Bildungsgutscheine oder geförderte Weiterbildungen informieren. Menschen, die in ihren Beruf zurückkehren möchten, können vom Programm „Zukunftsstarter“ profitieren, einen Berufsabschluss nachholen oder 8

BERUF & KARRIERE ANLAUFSTELLEN BERUFENET web.arbeitsagentur.de/berufenet JOB-FUTOROMAT job-futuromat.iab.de ONLINE-TOOL „MEIN NOW“ mein-now.de PROGRAMM „ZUKUNFTSSTARTER“ arbeitsagentur.de/k/zukunftsstarter sich über eine Weiterbildung oder Lehrgänge weiterqualifizieren. Die Berater:innen prüfen, ob die Fördervoraussetzungen erfüllt sind und unterstützen durch die Übernahme der Kosten für den Lehrgang, für Fahrten oder die auswärtige Unterbringung und Verpflegung, für die Kinderbetreuung und bewilligen auch umschulungsbegleitende Hilfen wie Nachhilfeunterricht. Der Antrag für eine geförderte Qualifizierung erfolgt in der Regel über den Arbeitgeber, der zusätzlich mit einem Arbeitsentgeltzuschuss unterstützt werden kann. ONLINE-TOOLS UND SELBSTLERN-BÜCHER Für Eltern ist es nicht leicht, Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Wenn dann noch eine Weiter- oder Fortbildung ansteht, werfen manche schon vor Beginn das Handtuch. Viele Bildungsinstitute bieten Teilzeitweiterbildungen oder Online-Lernen an. Bücher wie die „Dummies“-Reihe bieten eine gute Alternative zu den Kursen. Kostengünstige Bildung gibt es zudem bei den Volkshochschulen sowie den Berufsverbänden, wie zum Beispiel dem Deutschen Journalistenverband zum Thema Künstliche Intelligenz -nicht nur für Mitglieder. Vom Englischlehrer zum Firmenberater Ed Atkins ist Vater von zwei Kindern im Alter von 10 und 15 Jahren. Er erzählt, wie Weiterbildungen ihm geholfen haben. Kinderzeit Bremen: Du bist in England aufgewachsen und hast in Deutschland als Englischlehrer gearbeitet. Warum hast du dich weitergebildet? Ed: Ich habe schnell festgestellt, dass mir das Unterrichten nicht liegt. Meine Eltern haben mir dann ein zweijähriges Grundstudium an der Open University in Digitalen Netzwerken finanziert. Damit habe ich im Vertrieb von Werbemitteln angefangen. Warum hast du dich entschieden, noch einmal etwas Neues zu lernen? Mir hat es immer Spaß gemacht, etwas zu lernen. Für mein Deutsch habe ich an der Volkshochschule den C2-Abschluss gemacht, ohne zu wissen, ob ich ihn jemals benötige. Als ich den Einbürgerungstest gemacht habe, konnte ich ihn einreichen und musste nicht noch einmal nachweisen, dass ich fließend Deutsch spreche. Wichtig wurde für mich eine berufliche Umorientierung in der Covid-Zeit. Ich wusste, dass ich nicht ewig im Werbemittelvertrieb ar beiten möchte, weil ich keine Aufstiegschancen hatte und auch mehr Geld verdienen wollte. Wie hast du die passenden Weiterbildungsangebote gefunden? Es gibt viele Online-Lernangebote und ich habe die Dummies-Bücher genutzt. Meine Firma hat mir intern Weiterbildungen angeboten, zu denen ich immer „ja“ gesagt habe. Manchmal war das schwer zu organisieren, weil wir beide Vollzeit arbeiten. Für unsere Kinder ist es aber auch gut zu sehen, dass wir lernen, so wie sie in der Schule. So habe ich mich zu einer Seniorposition hochgearbeitet und bin dann von einem Personalberater angesprochen worden. Inzwischen betreue ich als Customer Engineer Firmenkunden, die mit unserer Software das Europäische Datensicherheitsgesetz (DSGVO) umsetzen. Möchtest du anderen noch einen Tipp mitgeben? Unbedingt: Legt euch ein gutes Profil auf LinkedIn an und gebt dort all euer Wissen und Erfahrungen an. Darüber habe ich meine vier letzten Jobs bekommen. arbeitnehmerkammer.de WEIL DU WICHTIG BIST beraten wir Dich bei allen Fragen rund ums Arbeitsleben. Wir sind auf Deiner Seite. 9

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